Fachinformationsportal · Gebäudeschadstoffe

Für meine liebe Kollegin Simone

Fachlich orientierte Informationen zu Schadstoffen in Gebäuden: Vorkommen, mögliche gesundheitliche Auswirkungen, Erkundung, Bewertung und Sanierung.

Gebäudeschadstoffe verstehen

Das Portal bietet strukturierte Orientierung für Eigentümer, Bewohner, Planer und Interessierte. Eine Belastung kann nur im konkreten Einzelfall über Materialzustand, Konzentration und Exposition bewertet werden.

20 Stoffe & Belastungen
8 Stoffgruppen
A–Z Detailinformationen

Schadstoff-Datenbank

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SchadstoffTypische VorkommenMögliche gesundheitliche AuswirkungenWichtiger Hinweis
AsbestFaserstoffeAsbestzement, Putze, Spachtelmassen, Fliesenkleber, Bodenbeläge, BrandschutzprodukteAsbestfasern können Asbestose, Lungenkrebs und Mesotheliom verursachen. Asbest ist krebserzeugend.Verdächtige Materialien nicht bohren, schleifen, sägen oder brechen.
Künstliche Mineralfasern (KMF)FaserstoffeDämmstoffe aus Glas- und SteinwolleFasern können Haut, Augen und Atemwege reizen; die Bewertung hängt u. a. von Fasertyp und Biobeständigkeit ab.Bei älteren Produkten fachkundig prüfen.
PCBOrganische SchadstoffeFugendichtmassen, Anstriche, Kleber, technische BauteileLangfristige Belastungen können u. a. Immunsystem, Leber, Schilddrüse, Entwicklung und Fortpflanzung beeinflussen.Besonders bei bestimmten Baualtersklassen relevant.
PAKOrganische SchadstoffeTeerhaltige Kleber, Dachpappen, Parkettkleber, VerbrennungsrückständeEinige PAK sind krebserzeugend; außerdem sind Haut- und Atemwegsbelastungen möglich.Einzelne PAK unterscheiden sich deutlich in ihrer Gefährlichkeit.
FormaldehydInnenraumstoffeSpanplatten, Möbel, Holzwerkstoffe, Klebstoffe, BeschichtungenReizung von Augen und Atemwegen; Formaldehyd ist als krebserzeugend eingestuft.Emissionen hängen u. a. von Material und Lüftung ab.
PCPHolzschutzmittelFrühere Holzschutzmittel, behandelte HölzerKann u. a. Leber, Nervensystem und Schleimhäute beeinträchtigen.Historischer Gebäudeschadstoff.
LindanHolzschutzmittelHistorische Holzschutzmittel, behandelte DachstühleKann das Nervensystem beeinträchtigen.Bei älteren behandelten Hölzern relevant.
BleiSchwermetalleAlte Lacke und Anstriche, Pigmente, Rohrleitungen, StaubKann insbesondere das Nervensystem schädigen; auch Blutbildung und Nieren können betroffen sein. Kinder sind besonders empfindlich.Staub und Abrieb vermeiden.
QuecksilberSchwermetalleAlte Messgeräte, technische Anlagen, bestimmte LeuchtmittelKann insbesondere Nervensystem und Nieren beeinträchtigen.Verschüttetes Quecksilber nicht selbst verteilen.
CadmiumSchwermetallePigmente, Beschichtungen, Kunststoffe und technische ProdukteKann Nieren und Knochen schädigen; bestimmte Verbindungen sind krebserzeugend.Staub und Rauch vermeiden.
Chrom(VI)SchwermetalleBestimmte Beschichtungen, Korrosionsschutz, ZementeBestimmte Chrom(VI)-Verbindungen sind krebserzeugend und können Haut und Atemwege schädigen.Chemische Form bestimmen lassen.
NickelSchwermetalleMetallbauteile, Beschichtungen, LegierungenKann Hautsensibilisierung und allergische Kontaktdermatitis verursachen; bestimmte Verbindungen sind krebserzeugend.Kontakt- und Inhalationsexposition unterscheiden.
VOC / LösemittelInnenraumstoffeLacke, Farben, Kleber, Bodenbeläge, ReinigungsmittelJe nach Einzelstoff können Reizungen sowie Auswirkungen auf Nervensystem, Leber oder andere Organe auftreten.Einzelstoffe getrennt bewerten.
WeichmacherOrganische SchadstoffePVC-Bodenbeläge, Kabel, Kunststoffe, DichtstoffeEinige Weichmacher können Hormonsystem sowie Fortpflanzung und Entwicklung beeinflussen.Nicht jeder Weichmacher hat dasselbe Wirkprofil.
FlammschutzmittelInnenraumstoffeKunststoffe, Polster, Textilien, Dämmstoffe, MöbelJe nach Wirkstoff sind Auswirkungen auf Hormonsystem, Entwicklung, Leber oder Nervensystem möglich.Stoffgruppe mit unterschiedlichen Wirkprofilen.
RadonRadioaktive StoffeBodenluft; Eintritt über Keller, Fundamente und DurchdringungenRadioaktives Gas; langfristige Exposition erhöht das Lungenkrebsrisiko.Nur eine Messung kann die Belastung zuverlässig beurteilen.
Schimmel / mikrobielle BelastungenBiologische FaktorenFeuchte Wände, Wasserschäden, Kondensation, schlecht belüftete BereicheKann Allergien, Reizungen und Atemwegsbeschwerden begünstigen.Feuchteursache beseitigen.
HolzstaubArbeits-/BaustoffeHolzbearbeitung, Renovierungsarbeiten, WerkstättenKann Atemwege reizen; bestimmte Hartholzstäube sind mit erhöhtem Krebsrisiko im Nasen-/Nasennebenhöhlenbereich verbunden.Absaugung und geeigneter Atemschutz wichtig.
Dioxine / FuraneOrganische SchadstoffeBestimmte historische Verbrennungs- und IndustrieprozesseSehr giftige Stoffgruppe; kann u. a. Immunsystem, Entwicklung und Fortpflanzung beeinflussen.Im Gebäudebereich eher spezielle Einzelfälle.
Asbesthaltige alte FaserprodukteFaserstoffeHistorische Dämm-, Dicht- und BrandschutzprodukteGesundheitswirkung hängt vom konkreten Material ab; bei Asbest gilt die bekannte Krebsgefahr.Materialbestimmung vor Bearbeitung.

Gebäude-Baujahr-Check

Das Baujahr beweist keine Belastung. Es kann aber helfen, Prüfschwerpunkte zu priorisieren.

Baujahr

Was tun bei Verdacht?

⚠️ Asbestverdacht: Verdächtige Materialien nicht eigenständig bearbeiten. Bohren, Schleifen, Sägen oder Brechen kann Fasern freisetzen.

1 · Erkundung

Baujahr, Umbauten, Baubeschreibungen und vorhandene Unterlagen erfassen. Materialien möglichst zerstörungsfrei dokumentieren.

2 · Untersuchung

Wenn erforderlich, fachgerechte Probenahme und Laboranalyse. Eine Sichtprüfung reicht bei vielen Schadstoffen nicht aus.

3 · Bewertung & Sanierung

Aus Stoff, Konzentration, Freisetzung und Exposition ergibt sich die konkrete Gefährdungsbewertung.

Quellen & Institutionen